Keine Panik bei der Berufswahl

Die Suche nach dem passenden Beruf ist für junge Menschen eine der schwierigsten und wichtigsten Entscheidungen. Der Start in die Berufswelt will gut vorbereitet sein – auch die Eltern sind gefragt.

Das Ende der Schulzeit wird von den meisten Jugendlichen zwar heiß ersehnt, ist aber nur der erste Schritt ins Leben als Erwachsener. Denn um in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, braucht es eine gute Ausbildung. Und dafür heißt es sich rechtzeitig zu bewerben.

Was grundsätzlich gilt: Nach der Schulzeit wollen Jugendliche gern nahtlos mit einer Ausbildung beginnen. Damit dies auch klappt, sollte am besten schon ein Jahr vor dem Schulabschluss mit der Suche und Bewerbung für eine Ausbildung begonnen werden. Denn es gibt hier klare Fristen und Termine für die Platzvergabe. Wer zu einem Berufsberater der Agentur für Arbeit geht, bekommt individuelle Beratung für mögliche Ausbildungsberufe und ist damit im besten Sinne gut beraten. Für wen es die Berufsberatung gibt: Für jeden, der darum bittet. Und zwar zeitnah und kostenlos. Die Beratung beschränkt sich bei Bedarf auch nicht auf nur einen Termin. Es kann noch mehrere Folgetermine geben.

Was für die betriebliche Ausbildung gilt: Der Ausbildungsstart ist allermeist zum 1. August oder 1. September. Doch vor allem größere Betriebe suchen sich ihre Azubis gern langfristig, also meist ein Jahr vor dem Schulabschluss aus. Also nicht erst kurz vor dem Abschluss der 10. Klasse, sondern besser bereits am Ende der 9. Klasse die Bewerbungsphase einleiten. Diesen Termin schon verpasst? Keine Panik. Besonders kleinere Betriebe wählen ihre Azubis auch zeitnäher aus. Nicht selten klappt es sogar noch wenige Wochen vor Lehrbeginn, eine Zusage zu ergattern.

Was für die Ausbildung an Berufsfachschulen gilt: Wer diesen Weg der Ausbildung gehen möchte, sollte sich konkret bei der anvisierten Berufsfachschule nach deren konkreten Firsten und Terminen erkundigen. Denn sie können von Fachschule zu Fachschule sehr verschieden sein. Aber auch hier gilt: Am besten ein Jahr vor Ausbildungsstart bewerben oder zumindest diesbezüglich nachfragen. Bitte beachten, dass man zu den eigentlichen Bewerbungsunterlagen auch stets ein Anmeldeformular mitschicken muss. Das Formular einfach bei der Berufsfachschule anfordern. Wer unsicher ist, kann die genauen Fristen und Termine der einzelnen Berufsfachschulen auch bei seiner örtlichen Agentur für Arbeit erfragen.

Schritt für Schritt in deine Ausbildung

  • Schritt 1: Mit der Wahl des Ausbildungsplatzes werden wichtige Weichen für das Leben gestellt. Dabei kannst du – noch nicht wirklich erwachsen – Hilfe gut gebrauchen. Am besten im Familienkreis zusammen setzen und ganz in Ruhe überlegen: Welche persönlichen Interessen sind so stark, dass sie zum Beruf werden könnten. Welche Stärken sprechen für welchen Berufsweg? Decken sich Wunschberuf und Berufswunsch? Oder existieren zwischen Berufsideal und Jobrealität große Unterschiede? Welcher zu erwartende Schulabschluss ermöglicht welchen Berufsweg? Und welche Alternativen könnte es auch noch geben?
  • Schritt 2: Nun gilt es zu sondieren, welcher Betrieb oder welche Berufsfachschule zum persönlichen Job-Plan passen. Wie sieht die Ausbildung dort aus, wie lange dauert sie, welche Voraussetzungen werden erwartet? Wird mein Zeugnis dafür ausreichen? In der 9. Klassenstufe bieten die Schulen unterrichtsbefreite Zeiten an, in denen die Schüler/innen Zeit für Praktika eingeräumt bekommen.
    Eine gute Möglichkeit abzusichern, ob sich Erwartungen und Realität im bislang anvisierten Beruf wirklich decken. Eventuell auch einen Teil der Ferien für ein Praktikum nutzen. Ansonsten gilt es für die Eltern, in dieser Phase eigene Vorstellungen zurück zu stellen. Nicht die Frage „Was möchte ich für mein Kind?“, sondern „Welcher Berufsweg passt zu meinem Kind?“ sollte quasi der Arbeitstitel für diese Zeit lauten.
  • Schritt 3: Jetzt heißt es, sich gezielt und optimal zu bewerben. Damit geht es sozusagen in die heiße Phase der Ausbildungssuche. Auch jetzt sollten Eltern ihren Nachwuchs weiter aktiv unterstützen. Suchen Sie zum Beispiel gemeinsam in Ihrer Tageszeitung oder dem Internet nach entsprechenden Stellenanzeigen.
    Helfen Sie zudem bei der Erstellung von einwandfreien Bewerbungsunterlagen. Unterstützen Sie bei Formulierungen und picken Sie ruhig mögliche Fehler heraus. Hier ist auch das Portal www. planet-beruf.de der Agentur für Arbeit hilfreich.