Ordnung ins Blattwerk bringen

Papierkram gibt’s immer zu erledigen – auch vor der Berufsausbildung. Bevor es als Azubi losgeht, sollte man also ein paar Dinge erledigt haben

Kontoführung, Steuer, Versicherungen, Kindergeld, Bescheinigungen... schon eingeschlafen? Auch wenn sich diese Themen zunächst nicht ganz so prickelnd anhören, sollte man sich mit ihnen beschäftigen – am besten schon bevor es mit der Ausbildung losgeht. Wer seinen Papierkram als Azubi zusammenhält, kann dabei sogar richtig sparen.

Zugegeben, es gibt schönere Dinge, mit denen man sich als junger Mensch beschäftigt. Scheinbar endlose Angebote von Versicherern, die einen zu sich locken wollen oder vermeintlich lästige Bescheinigungen für das Arbeitsamt oder den künftigen Arbeitgeber zu sammeln – ja, das kann nerven. Meistens aber nur dann, wenn man die Papiere auf einen Schlag plötzlich braucht und sich davor keine wirklichen Gedanken darüber gemacht hat. Klug ist, wer sich selbst einen Schritt voraus ist – und schon vorher wichtige Dinge geklärt hat. Cooler Nebeneffekt: Es könnte dadurch durchaus etwas Kohle für Privatvergnügen liegen bleiben.

Steigen wir da doch direkt ein: Ein Konto haben beispielsweise schon viele im jungen Alter (in der Ausbildung übrigens unverzichtbar, wo soll sonst das Gehalt hin?) – über Kontogebühren machen sich aber die wenigsten einen Kopf. Keine Angst, als Schüler und Azubi zahlt man in der Regel gar nichts für das Konto oder wenn man am Automaten Geld abhebt. Danach aber halten es die Banken unterschiedlich mit den Gebühren. Das Verbrauchermagazin „Finanztip“ hat rausgefunden, dass mit einem Wechsel des Kontomodells rund 53 Prozent Ersparnisse drin sind. Wie findet man raus, welches Modell man bei seiner Bank fährt? Richtig, man geht hin und fragt nach – und stellt das Ganze dann entsprechend um. Im Internet finden sich übrigens viele Vergleichsportale. Wer vorher Google bemüht, spart also direkt nach der Ausbildung, nicht erst, wenn einem irgendwann die hohen Kosten auffallen.

Thema Steuern: Zahle ich als Azubi überhaupt welche? Wer ein Einkommen von mehr als monatlich ca. 850 Euro hat, der schon. Der Arbeitgeber zieht den Betrag automatisch vom Lohn ab und überweist ihn an das Finanzamt. Klingt so, als würde man da eh nichts dran rütteln können. Zunächst nicht, ein guter Tipp ist aber, trotzdem früh System in seine Unterlagen zu bringen: Rente, Belege für Sprit- oder Buskosten, Bescheinigungen für die Krankenkasse – wer alles sauber beisammen hat, hat es später einfacher bei der Steuererklärung, die man machen sollte, wenn man aus der Ausbildung raus ist. Die ist immer Ende Mai fällig, aber kein Muss. Häufig springt dabei, je nachdem, wie hoch die Ausgaben für den Job waren (Literatur, oft sogar der Mobilfunkvertrag), aber ein kleines Sümmchen raus. Ein nettes Urlaubsgeld für den Sommer also.

Kindergeld bekommt auf jeden Fall der, der unter 18 ist.

Kindergeld bekommt auf jeden Fall der, der unter 18 ist. Wer danach, vor der Ausbildung noch das Abi gemacht hat oder eine lange Reise gemacht hat und erst später eine Ausbildung begonnen hat, kann trotzdem Kindergeld beantragen – und zwar bis 25! Wie viel man dabei verdient, ist wurscht. Wichtig ist es, sich eine Bescheinigung des Arbeitgebers zu besorgen, in der drin steht, dass eine Ausbildung gemacht wird und zusammen mit seinen Eltern dann den Antrag für das Arbeitsamt auszufüllen – streng genommen beantragen nämlich die Eltern das Geld und erhalten es auch. Vielleicht kann man mit einem guten Argument („ich bin der arme Azubi“) so ja aber ein kleines zusätzliches Taschengeld raushandeln.

Welche Versicherungen nötig sind, ist schnell erklärt: Dringend notwendig ist eine private Haftpflichtversicherung. Schließt die Ausbildung direkt an die Schule an, ist der Lehrling über die Eltern mitversichert. Ansonsten gibt es einen günstigen Basisschutz schon ab 50 Euro – einfach kurz googeln. Wichtig ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie kostet je nach Lehrberuf zwischen 13 und 27 Euro im Monat.

Sonstige Papiere? Wer nichtmehr bei den Eltern wohnt und eine Ausbildung macht, kann eine sogenannte finanzielle „Berufsausbildungsbeihilfe“ (BAB) beantragen.
Unter www.arbeitsagentur.de gibt es dafür Berechnungsbeispiele und Vordrucke.